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Auch online hast du Rechte!

Jeder Mensch kann grundsätzlich selbst entscheiden, wem, wann und welche seiner persönlichen Daten zugänglich sein sollen. Gerade im Internet gilt: 100%igen Datenschutz gibt es nicht. Jeder Einstieg ins Web hinterlässt Spuren und das Internet hat ein langes Gedächtnis. Inhalte, die einmal online sind, können oft nur schwer kontrolliert und gelöscht werden. Daher überlege genau, was davon du selbst erzählen willst!

Rechtlich gilt generell: Was im realen Leben verboten ist, ist auch im Internet verboten! Datenschutz ist ein Grundrecht jedes Menschen. Im Datenschutzgesetz (DSG 2000) ist geregelt, wer unter welchen Bedingungen welche Daten besitzen und verwenden darf. Geschützt sind personenbezogene Daten, also „persönliche Daten“. Das sind z.B. Name, Adresse, Geburtsdatum oder Alter. Besonderen Schutz genießen sensible Daten, wie Informationen über deine Gesundheit, politische Einstellung, religiöse Überzeugungen, ethnische Herkunft und dein Sexualleben. Wurden Daten missbräuchlich verwendet oder veröffentlicht, hast du in der Regel einen Anspruch auf Schadenersatz.

Es gibt im Urheberrechtsgesetz das so genannte „Recht am eigenen Bild“. Veröffentlichte Fotos dürfen die Abgebildeten nicht „bloßstellen“ oder „herabsetzen“. Entdeckst du ein für dich nachteiliges Foto im Internet, so hast du in der Regel das Recht auf Löschung dieses Fotos. Dasselbe gilt übrigens auch für Videos! Saferinternet.at bzw. der Internet-Ombudsmann und 147 Rat auf Draht können dir helfen, von diesem Recht Gebrauch zu machen.

Tipps & Tricks

Generell solltest du keine peinlichen Fotos veröffentlichen, auch nicht für „FreundInnen“. Denn Freundschaften können sich über die Zeit verändern. Nicht selten werden Fotos, die zu Zeiten enger Freundschaft ausgetauscht wurden, später für Cyber-Mobbing missbraucht. „Witzige“ Bilder, intime Aufnahmen etc. können leicht gegen dich verwendet werden. Behalte immer den Gedanken im Hinterkopf, dass deine Lehrer, Eltern und viele andere Leute mitlesen können. Und zwar auf Jahre hinaus. Denn das Netz vergisst nicht, und mit Suchmaschinen können sogar künftige Arbeitgeber einiges über dich herausfinden.

Bei Veröffentlichung von Informationen über dich, frage dich immer vorher selbst:

  • Kann daraus ein Nachteil für mich entstehen?
  • Kann mir das später (in 5 Jahren) eventuell unangenehm oder peinlich sein?
  • Kann das für andere von Nachteil sein?
  • Würde ich das meinen Eltern/LehrerInnen/einem Fremden im Park erzählen/zeigen?

Was du von dir Preis gibst, bestimmst du selbst! Nutze und checke insbesondere regelmäßig deine Privatsphäre-Einstellungen (am Smartphone, in sozialen Netzwerken, in Apps etc.). Hier findest du Anleitungen, wie das geht.

Und wenn du einmal kein gutes Gefühl beim Surfen hast, dann sprich mit Erwachsenen, denen du vertraust. Kostenlose und anonyme Telefonhilfe erhältst du bei 147 Rat auf Draht.

Übung: Private Daten – Öffentliche Daten

Es werden vier Kärtchen mit der Beschriftung „Öffentlich“, „Nur für Freunde“, „Keine Ahnung“ und „Privat“ (oder entsprechenden Symbolen/Zeichnungen) in vier Ecken des Raumes gelegt. Die Teilnehmer/innen stehen in der Mitte. Dann liest du die verschiedenen personenbezogenen Informationen vor und die Teilnehmer/innen müssen sich dazu im Raum in der jeweiligen Ecke positionieren, je nachdem ob die jeweilige Information für sie privat, nur für Freunde etc. ist. Frag dann einzelne, warum sie sich gerade so positioniert haben, damit eine Diskussion entsteht. 

Liste personenbezogener Daten:

Mein Alter / Meine Adresse / Die Uhrzeit, wann meine Eltern aus dem Haus sind / Meine Schuh-größe / Meine Schule, Ausbildungsplatz etc. / Krankheiten, unter denen ich leide / Meine Telefonnummer / Meine Hobbys / Mein Gewicht / Mein Lieblingsessen / Meine Mathematik-Note / Meine Lieblings-Fernsehserie / Der Vorname meines besten Freundes / Die Farbe meiner Unterwäsche / Meine Lieblingsband / Meine Religionszugehörigkeit / Ein Foto von mir in der Badewanne / Meine E-Mail-Adresse / Ein Foto, auf dem nur mein Gesicht zu sehen ist (Porträtfoto) / Die Höhe meines Taschengeldes / Der Namemeines Haustiers / Mein Spitzname in der Klasse / Mein Geburtstag


         
         

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